Heutzutage
charakterisiert man die verschiedensten Dinge sehr schnell mit dem Adjektiv
„romantisch“. Dass die eigentliche Epoche der Romantik jedoch viel umfassender,
vielseitiger und tiefgründiger sein kann, erfuhren zwei Deutschleistungskurse
der Jahrgangsstufe 12 (2007/2008) am eigenen Leib. Sie beschäftigten sich mit
der kulturgeschichtlichen Epoche der Romantik, welche etwa vom Ende des 18.
Jahrhunderts bis Mitte des 19. Jahrhunderts andauerte.
Nach Auftrag der betreuenden Lehrerinnen Elke Maximini und Asmita Dores
bearbeiteten die Schüler vier verschiedene Aufgabenstellungen, um daraus
schließlich ein sogenanntes „Portfolio“ zu schaffen. Neben der im Unterricht
erarbeiteten Sachkenntnis war dabei unter anderem Kreativität gefordert - zum
Beispiel bei der Anfertigung einer sogenannten 3D-Collage,welche thematischen
Bezug zum „Taugenichts“nehmen sollte.
Aber auch andere Kompetenzen wurden von den Jugendlichen eingefordert: So
sollten sie ihrer Phantasie freien Lauf lassen bei der Anfertigung eines
„romantischen Märchens“.
Die
größte Schwierigkeit bestand darin, sich selbst in seinem Arbeitszugang, in
seinem Lernprozess kritisch zu beobachten und zu jeder Aufgabe eine sogenannte
Selbstreflexion zu verfassen, die ein wesentliches Merkmal der Portfolioarbeit
darstellt. Aber gerade dieser Bestandteil der Aufgabe wurde von den meisten
Schülern als hilfreich auch für andere Fachbereiche empfunden.
„Aufgrund des Arbeitsaufwandes, der von den meisten
Schülern für diese Arbeiten aufgebracht wurde, wäre es schade gewesen, sie
einfach nicht der Öffentlichkeit präsentieren zu können. So entschlossen Frau
Dores und ich uns dazu, eine Ausstellung anzubieten. Hier sollen Lehrerkollegen
aber vor allem auch Schülerinnen und Schüler ab der Klassenstufe 10die Gelegenheit haben, sich von den Arbeiten
unserer Schüler überzeugen zu können.“, sagt die betreuende Lehrerin Elke
Maximini, stolz über die vielen guten Ergebnisse in den Lerngruppen.
So wurde schließlich ein Kursraum der Schule zum Ausstellungsraum
umfunktioniert: Fleißig wurden Stühle und Tische hin und her geschoben, einige
Kuchen wurden gebacken und zum Verkauf angeboten und die Werbetrommel wurde
gerührt, damit auch viele Interessierte die Ausstellung besuchen.
Am
Mittwoch, den 24. Juni, war es dann soweit: Die Schüler der zwei
Deutschleistungskurse öffneten die Türen des Kursraumes für ihre Ausstellung.
Begeistert beäugten die Mitschülerinnen und Mitschüler genau wie die
Lehrerkollegen die fertigen Arbeiten. Teilweise wurden besonders aufwändige
Portfolio-Arbeiten mit einem Umfang von 80 Seiten durchgeblättert und unter die
Lupe genommen.
Besonders interessant fanden die meisten Schüler jedoch die 3D-Collagen:
Romantische Schlösser mit Seen, Waldlandschaften und Blumenwiesen stellten nur
einige der zahlreichen ausgewählten Motive zur Anfertigung der Collagen dar.
Die Schüler der unteren Klassenstufen, die unerwartet ebenfalls großes
Interesse zeigten, kamen kaum aus dem Staunen heraus über die Arbeit der
12.Klässler und teilweise entschloss sich so manch junger Schüler nach dem
Besuch der Ausstellung dazu, Deutsch-Leistungskurs zu wählen.
Denn an diesem Tag wurde der Schulgemeinschaft bewiesen: Literatur kann Spaß
machen.