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Exzellenzkurs 20/21: Klappe - die Zweite!

erstellt von Carina Kesse zuletzt verändert: 15.02.2021 19:32
Zum Auftakt des diesjährigen Exzellenzkurses erhielten die Teilnehmer im Dezember Einblicke in eine Filmwerkstatt. Was sie dort erlebt und gelernt haben, zeigt uns der von den Teilnehmern verfasste Artikel, der am Freitag, den 12. Februar im Trierischen Volksfreund erschienen ist. Auch die beiden Artikel über zwei weitere Interviewpartner aus der Texterwerkstatt wurden auf http://volksfreund.de/klasse und auf unserer Homepage veröffentlicht. Ein herzliches Dankeschön an alle Workshop-Leitungen und Interviewpartner!
Exzellenzkurs 20/21: Klappe - die Zweite!

Film- und Texterwekstatt - TV Seite 2

http://volksfreund.de/klasse

Ruhig mal die Perspektive wechseln

 

Bitburg Es ist Punkt 14:00 Uhr, da heißt es: „Und Action”. Es war der Startschuss der ersten Veranstaltung des diesjährigen Exzellenzkurses, der Filmwerkstatt.

Die Veranstaltung bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, sich im Bereich der Filmproduktion einzuarbeiten. 29 Schülerinnen und Schüler der MSS sitzen mit großem Abstand in der großzügigen Mensa des St.-Willibrord-Gymnasiums und 13 Auszubildende sind aus verschiedenen Standorten und Räumen der Volksbank Eifel eG digital zugeschaltet. Ob Image-Filme, Produktfilme, bewegte Bilder bleiben den Menschen länger im Gedächtnis und sprechen sie leichter emotional an. „Filme lassen mich besondere Momente nochmal erleben. Sie sind für mich wie eine neue Art der Rückblicke.“ So beschreibt Philipp Kesse, Workshop-Leiter und Lehrer am St-Willibrord-Gymnasium, was ihn am Filmemachen so fasziniert. Zunächst erklärt Kesse, wie das Produzieren theoretisch abläuft und welche Kriterien man dabei einhalten muss. Er betont den Unterschied der Schnittlänge bei Jugendlichen und Erwachsenen und veranschaulicht die Effekte von verschiedenen Schwenks, Winkel und Perspektiven in seinen zahlreichen selbst produzierten Filmen.

Der motivierte Filmemacher setzt dabei alles in Szene: Wie die Sonne durch das Laub strahlt oder wie er es schafft, die Unterbodenverkleidung seines Autos als besonderen Moment in seinem Film einzubinden.

Nach einer kurzen Einführung in die Filmtechnik und das Verwenden des Schnittprogramms iMovie bekommen die Teilnehmer die Aufgabe, selbst einen Kurzfilm zu den drei Säulen des Exzellenzkurses „Business, Kultur und Lifestyle“ zu drehen. Dafür begeben sie sich in verschiedene Räume und setzen dort ihre Projekte in die Tat um. Als die vorgegebene Zeit für das Produzieren der Kurzfilme vorbei ist, laden die Teilnehmer ihre Videos in der „HPI-Schul-Cloud“ hoch und Kesse spielt sie ab.

„Und Action!“ Die Vielfältigkeit der Ergebnisse zeigt, dass die Teilnehmer ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten. Jede Gruppe hatte ihre eigene Idee: Bücher, Laptops, Sneakers, Schritte, Mäppchen, Gebäude wurden in Szene gesetzt. Kesse ist begeistert und verrät sogar, dass er dadurch, dass er sich das Filmen selbst beibrachte, erst „nach Jahren“ in der Lage war, solche Filme zu drehen. Ramon Käpper, Schüler aus der MSS 12, gefällt an der Filmwerkstatt, „dass die Theorie kurz und prägnant blieb und der Fokus auf die praktische Umsetzung der Filme gelegt wurde.“

Anschließend stellt Michael Mayer-Nosbüsch, der für die Social Media-Inhalte der Eifelbank zuständig ist, die neue Image-Kampagne „#wirlieben…“ der Volksbank Eifel eG vor. In Kurzclips berichten Kunden und Mitglieder der Eifelbank von ihren positiven Erlebnissen und Erfahrungen mit der Volksbank Eifel eG. Auch zwei der anwesenden Auszubildenden der Bank, Luca Jakoby und Ludwig Ermeling, beteiligen sich bei der Präsentation und stellen ein als Teil ihrer Ausbildung aufgenommenes Video vor. "Social-Media-Marketing ist nicht die Pflicht, sondern die Kür im Onlinemarketing!“ Gibt Michael Mayer-Nosbüsch den Teilnehmern mit auf den Weg und sagt, dass die Volksbank die Digitalisierung in vollen Zügen auslebt.

Der Nachmittag endet mit einem Schlusswort der Betreuer Carina Kesse und Daniel Wintrich, die einen Ausblick auf die folgenden Ereignisse geben. Die Filmwerkstatt hat Lust auf mehr gemacht und der Exzellenzkurs freut sich schon auf die nächsten Veranstaltungen.

Timo Etteldorf, Ramon Käpper, Neele Merz, Lennard Müller, Larissa Zunker (St.-Willibrord-Gymnasium) Ludwig Ermeling, Luca Jakoby (Volksbank Eifel eG)

 

 

"Mein Beruf ist mein Ausgleich"

Im Rahmen des diesjährigen Exzellenzkurses erzählt Eva Schäfer-Simon den Schülerinnen und Schülern des St.-Willibrord-Gymnasiums und den Auszubildenden der Volksbank Eifel, was es bedeutet, ein Schmuck-Atelier zu führen und gleichzeitig auf Nachhaltigkeit zu achten.  

Bitburg „Mein Beruf ist mein Ausgleich“, erklärt Eva Schäfer-Simon, die Inhaberin des Schmuck-Labels „Echt-es Schmuckdesign“, für die Kreativität, Handwerk und Technik von klein auf an erster Stelle standen. Die gelernte Goldschmiedin aus Bitburg entschied sich zusätzlich für ein Fernstudium, woraus sie innovatives Wissen für ihre heutige Selbstständigkeit beziehen konnte. Nach ihrem Studium und einer Festanstellung im Marketing-Bereich merkte Schäfer-Simon, dass ihre Kreativität zu kurz kam und sie sich schlussendlich doch wieder voll und ganz ihrer Leidenschaft, dem Schmuck, zuwenden möchte, denn: "wenn nicht jetzt, wann dann?" und so gründete sie 2018 die Marke "Echt-es Schmuckdesign". Auch wenn der Sprung in die Selbstständigkeit schwierig erschien, fokussierte sie sich stets auf die spannenden Seiten ihres Berufs, auch während der herausfordernden Corona-Pandemie, die auch an ihr keineswegs spurlos vorbeigeht. "Da muss man Einfallsreichtum zeigen", erklärt sie entschlossen. Doch auch ohne die momentanen Bedingungen steckt eine Menge Planung und Arbeit hinter ihren Kollektionen. Voller Überzeugung kann sie über jede einzelne sagen: "In jedem Produkt steckt gleichviel Herzblut". Von der Planung bis zum Produkt kann es bis zu einem Jahr dauern, indem sie mit ihrer Mitarbeiterin und zum Teil auch mit anderen Firmen kooperiert. Vor allem steht dabei die Nachhaltigkeit im Vordergrund. Zum einen "ist es Zeit für hochwertigen Schmuck, weg von der Massenproduktion und Made in China" und zum anderen sollen ihre Produkte so nachhaltig und fair wie möglich produziert und verarbeitet werden. Daher nutzt "Echt-es“ in Deutschland produzierte und recycelte Edelmetalle, die man zu fast 100% zurückgewinnen kann. Die Unternehmerin achtet sehr auf die Herkunft ihrer Materialien, denn "nicht alles, was Gold ist glänzt“. Ganz bewusst verdreht sie das Sprichwort und erklärt den Teilnehmern, dass einige Produkte zwar aus Gold sind, aber aufgrund der Herkunft und Produktionsweise „nicht glänzen“. Während dieses Prozesses empfindet sie sich selbst als "Allrounder". Von Verwaltung und Strategieplanung bis zum Design bewältigt sie mehrere Aufgabenbereiche, während ihre Mitarbeiterin vor allem an der Werkbank als Goldschmiedin tätig ist.  Auch wenn sie momentan durch die Pandemie vor einer Herausforderung stehen, blickt Schäfer-Simon positiv in die Zukunft. Weiterhin sollen Nachhaltigkeit und Innovation im Vordergrund stehen. Persönlich hat sie einen Wunsch für die Zukunft: Ein Schmuckstück mit ihren Kindern. "Das könnte mein Lieblingsstück werden", entgegnet sie lächelnd.  Abschließend dürfen auch die Exzellenzkursteilnehmer eine Frage beantworten und Schäfer-Simon, die ebenfalls ihr Abitur am St.-Willibrord-Gymnasium absolvierte, einen Einblick in die Arbeit des Exzellenzkurses geben. Hätte sie die Möglichkeit gehabt, einem solchen Kurs beizutreten, hätte sie es gerne getan. Die Schüler und Auszubildenden sind gespannt, wie Eva Schäfer-Simon ihre Kreativität und Leidenschaft auch in Zukunft in hochwertigen Schmuck verwandelt.

Elena Lemmer, Lara Mathey, Jana Mundt, Julie Zietmann (St.-Willibrord-Gymnasium) Kathrin Lonien, Katharina Weiland (Volksbank Eifel eG)

 

„Rückkehr in die Normalität, das ist das primäre Ziel für 2021“

In einem Interview berichten Simon Berhard und Kilian Rau, die Neubetreiber der Torschänke in Dudeldorf, über ihre Erfahrungen zu Zeiten der Corona-Pandemie. Zu Beginn des ersten Lockdowns ging das Dudeldorfer Traditionsrestaurant „Torschänke“ in neue Hände über. Simon Berhard und Kilian Rau geben den Exzellenzkursteilnehmern Einblicke in ihr Leben und in die Herausforderungen, die diese Übernahme mit sich bringt.

BITBURG/DUDELDORF Die beiden Lebenspartner waren sich schon immer ihrer Berufung im Bereich Hotel und Gastronomie sicher. „Für mich war es ganz klar, dass ich da meine Ausbildung mache“, sagt Kilian Rau, der schon mit vierzehn Jahren sowohl im Nebenjob als auch im Praktikum Eindrücke gesammelt hat, die ihn zu dem Beruf des Hotelkaufmanns geführt haben. Simon Berhard, der zunächst eine Ausbildung als Koch und dann als Hotelfachmann machte, schätzt „den Umgang mit den Gästen, die Gespräche“. Ihre ähnlichen Werdegänge haben sie dann schlussendlich auch zusammengeführt. Nach einigen Besuchen in der Torschänke war ihnen klar, dass sie das Traditionshaus übernehmen möchten. Über ihre Bemühungen, die Traditionen fortzuführen, sind die ehemaligen Besitzer Petra und Josef Cillien sehr erfreut. Dennoch wollen Berhard und Rau auch ein paar Renovierungen in den Räumlichkeiten des Traditionsgebäudes vornehmen. Die Pandemie beeinflusst sie nicht nur jetzt, sondern stellte schon bei der Übernahme eine Herausforderung dar. Vier Tage vor der geplanten Neueröffnung am 20. März 2020 stellt sich durch den Beginn des Lockdowns für die Gastronomie bereits die Angst vor einer Insolvenz ein. „Dann ist man erstmal schon in ein Loch gefallen, weil einem echt die Perspektive gefehlt hat“, berichtet Rau. Doch eine Lösung kommt schnell durch Mitnahmegerichte, die sie wöchentlich ändern. Hilfreich ist es auch, dass viele Stammgäste ihnen treu bleiben, wofür sie sehr dankbar sind. „Rückkehr zur Normalität, das ist das primäre Ziel für 2021“, erklärt Berhard, der auch an Feiertagen und Wochenenden im Restaurant tätig ist und dafür sorgt, dass die Gäste ihr Essen abholen können. Die beiden stört es nicht, zu ungewöhnlichen Zeiten zu arbeiten, ein normaler Arbeitsalltag erscheint für sie langweilig. Neben der deutlich spürbaren Leidenschaft für die Gastronomie und ihre Arbeit begeistern sie sich für das Reisen. Auf die Frage, ob sie für ihr Hobby genug Zeit finden, antwortet Rau: „Wir arbeiten hier, um zu leben, aber leben nicht, um hier zu arbeiten.“ Deshalb nehmen sie sich unter normalen Umständen ein- bis zweimal im Jahr Zeit, um etwas Abwechslung zu finden. Die jungen Gastronomen lassen sich gerne von internationalen Speisen inspirieren. Doch gleichzeitig sind sich beide schnell einig und nicken sich lächelnd zu: Am liebsten essen sie Gerichte „so, wie Oma sie kocht, zum Beispiel gefüllte Kartoffeln“. Trotz der schwierigen Situation können sie ihre Ausgaben und Personalkosten decken und die Gäste sind froh, dass die neuen Betreiber der Torschänke ein wenig Abwechslung in den kulinarischen Alltag bringen. Aber beide freuen sich bereits auf die Rückkehr zur Normalität, auf die Wiederbegrüßung der Stammgäste und Neukunden und auf „Menüabende“ in der Torschänke, „sobald dies wieder möglich ist“.

Klara Junk, Isabell Ritz, Marie Assmann, Emelie Pint, Ina Mayers (St. Willibrord-Gymnasium), Tim Gillen, Yannik Rumann (Volksbank Eifel)

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