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Ganztagsschule

Zum Schuljahresbeginn 2012/13 konnte das St.-Willibrord-Gymnasium seinen Ganztagsschulbetrieb mit einer rhythmisierten siebten Ganztagsklasse sowie einem vielfältigen nachmittäglichen Zusatzangebot für die Klassen 8-10 aufnehmen.

Informationsprospekt

Zur Information über die Akzentsetzungen der Ganztagsschule im kommenden Schuljahr haben wir ein Faltblatt entwickelt.

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Ganztagsschule: Eine 100-Tage-Bilanz

Eine siebte Klasse startete zum Schuljahresbeginn am St.-Willibrord-Gymnasium rhythmisiert in den Ganztagsschulbetrieb. Eine Schülerin und ein Schüler, die den mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt MINT wählten, konnten ebenfalls in das Ganztagsschulangebot für die siebte Klasse integriert werden. Einen additiven, d.h. um Nachmittagsangebote erweiterten Halbtagsunterricht nehmen interessierte Schülerinnen und Schüler aus den Klassenstufen 8 bis 10 wahr. Darüber hinaus sind wir eingebunden in die Ganztagsschule der gemeinsamen Orientierungsstufe mit der Realschule Plus Bitburg.

Planungspuzzle

Besondere Herausforderungen stellten sich zunächst dem Stundenplanverantwortlichen sowie dem Planungsteam um Herrn Metrich, Frau Leppin-Becker, Frau Maximini und Frau Zimmer – galt es doch, das Nachmittagsangebot für die Ganztagsschule mit dem Angebot für die gemeinsame Orientierungsstufe mit der Realschule Plus sowie mit den Nachmittagskursen der Oberstufe abzustimmen. Gleichzeitig sollten unsere neuen Ganztagsschüler aus einem möglichst attraktiven Projektangebot wählen können – weshalb sie im Vorfeld zu ihren Wünschen befragt wurden. Entsprechend der Ergebnisse wurden interessierte Lehrerinnen und Lehrer für die Angebote gesucht und gefunden, so dass sowohl sportliche als auch musische und künstlerische sowie Förderangebote und Lernzeit auf dem Nachmittagsplan der Ganztagsschule stehen. In Kooperation mit der gemeinsamen Orientierungsstufe konnte eine Schach-Arbeitsgemeinschaft organisiert werden, in der Scrabble-AG werden spielerisch sprachliche Kompetenzen geschult, um Körpersprache geht es in der Tanz-AG sowie in den Sportangeboten, fit für die Medienwelt werden die Schüler in der Arbeitsgemeinschaft von Frau Zimmer. Ebenfalls dem Anspruch des ganzheitlichen Lernens entspricht der vernetzte Unterricht von Frau Maximini und Herrn Fox, die sich sowohl von der sprachlichen als auch von der gestalterischen Seite dem Thema Märchen nähern. Im zweiten Halbjahr ist geplant, vernetzten Unterricht mit einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt anzubieten.

Flexibel und individuell

Nach Start des Ganztagsschulbetriebs hieß es, flexibel auf eventuelle Verbesserungsmöglichkeiten zu reagieren. So stellte sich heraus, dass neben den Deutsch- und Mathematikförderstunden ein zusätzliches Förderangebot in Französisch eingerichtet werden sollte, was dann auch umgesetzt wurde. Unterschiedlichen Bedürfnissen bei der Gestaltung der Lernzeit wurde Rechnung getragen, indem diese in die Bibliothek verlegt wurde, in der sich die Schüler etwas zurückziehen, sich anderem Lesestoff oder dem Computer widmen können. Dies wird nach Vollendung der geplanten Baumaßnahmen natürlich noch in viel komfortablerem Maße möglich sein. Darüber hinaus verlängerte sich das Lernzeit-Angebot, wenn die Zeit nicht reicht, können die Schüler sich statt der Arbeitsgemeinschaft auch weiter ihren Hausaufgaben widmen.

Ohne die Begleitung und Unterstützung von Herrn Cyril Wald, der sein freiwilliges soziales Jahr am St.-Willibrord-Gymnasium absolviert, wäre dieses individualisierte Angebot nicht zu realisieren. Mit besonderem Engagement begleitet er den Ganztagsbetrieb organisatorisch und steht als Ansprechpartner für Schüler und Lehrer zur Verfügung.

Ganzheitliches und soziales Lernen

Diese Doppelbesetzung zeigt ihre Vorteile in besonderem Maße bei der Mittagsbetreuung. Da die Mensa für Gymnasium und Realschule Plus erst noch gebaut werden muss, nutzt die Ganztagsschule vorerst die Cafeteria des Krankenhauses. Die Zusammenarbeit klappt sehr gut – das Essen schmeckt den Schülern, es ist abwechslungsreich und ausgewogen. Der kurze Fußweg sorgt für etwas Bewegung an der frischen Luft, nur manchmal müssen die Begleitpersonen den Bewegungsdrang im Sinne der Sicherheit bremsen. Hier sind die Begleitpersonen „nebenbei“ auch als Verkehrserzieher gefordert. Überhaupt leistet das gemeinsame Essen einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen Erziehung, ein Beitrag, der von Beginn an für die Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Altersstufen einsichtig war. Denn, wenn auch das Sammeln in der Schule und der Gang zur Cafeteria schon mal von Unruhe begleitet sind, so ist doch das Verhalten in der Krankenhauscafeteria von Rücksichtnahme auf die anderen Gäste geprägt. Lediglich an der Einsicht, dass Spielen mit dem Handy am Esstisch unhöflich ist, arbeiten wir noch;-)

Persönliche und organisatorische Herausforderungen

Unter anderem aufgrund dieser Chancen zur Individualisierung des Lernangebotes sowie zu ganzheitlicherem, an der Lebenswelt der Schüler orientiertem Lernen fördert das Land Rheinland-Pfalz sowie andere Bundesländer die Einrichtung von Ganztagsschulen. Weitaus komplexer werden dabei jedoch die organisatorischen Anforderungen, die gewährleisten müssen, dass wir unserer Fürsorge- und Aufsichtspflicht nachkommen, und dies ohne den Freiheits- und Bewegungsdrang der Schülerinnen und Schüler zu stark einzuengen. Entsprechend arbeiten wir bei der Organisation des additiven Angebotes (Klassen 8-10) mit doppelter Buchführung: Neben den Kursheften der betreuenden Lehrer gibt es Laufzettel für die Schülerinnen und Schüler, die darin selbstverantwortlich ihre Arbeitsgemeinschaften und Lernzeiten dokumentieren. In der erweiterten Schulleitung zuständig für die Organisations- und Koordinationsaufgaben in der Ganztagsschule sowie für deren konzeptionelle Weiterentwicklung ist seit den Herbstferien Frau Treillard. Gemeinsam mit dem Schulleiter nimmt sie gerne Anregungen zur weiteren Optimierung entgegen.

„Lebensraum Schule“ ist das anerkannte Ziel – auf das wir uns am St.-Willibrord-Gymnasium aufgrund fehlender baulicher Gegebenheiten vorerst mit dem persönlichen Einsatz der Lehrerinnen und Lehrer zubewegen können. Die Fördergelder des Landes werden uns jedoch demnächst Erleichterungen und noch mehr Flexibilität bringen – wir haben Lern- und Spielmaterialien für die Fachschaften sowie weitere Investitionen im Medienbereich beantragt. In der Bibliothek wird eine Leseecke eingerichtet.

Auf diese Erleichterungen freuen wir uns – wohl wissend, dass wertschätzendes menschliches Miteinander letztendlich der entscheidende Wohlfühlfaktor ist.